Dienstag, 15. Juni 2010
Ein aufregender Dienstag
Ein Kind hat mich heute aus der Fassung gebracht. Ich hab der ganzen Klasse gelesen, die meisten Kinder sind einfach, die gehen wie von selbst. Zwei gucken allerdings lieber in der Gegend rum und eine rät die Wörter. Eins von den Kindern, das immer in der Gegend rumguckt, hat mir heute zu viel in der Gegend rumgeguckt. Sie kann eigentlich, aber sie ist so faul, dass sie sich nie anstrengt und es auch nie versucht. Ihr Buch war aus dem ersten Schuljahr und der Text ging etwa so: „CORN. I like corn. Corn grows in fields. What is made from corn?“ Und dann waren ca. 4 verschiedene Dinge aufgelistet, die aus Mais gemacht werden. Der Text war immer der selbe, nur veränderte sich von Seite zu Seite das Nahrungsmittel, so gab es auch Milk, Rice und mehr. Und es stand da natürlich auch nicht, dass Milch und Reis in Feldern wächst. Das war aber auch schon alles an Variation und es gab viele Fotos und Bilder. Als wir auf der Reis Seite waren und das Wort „rice“ schon 4x gelesen hatten, stockte das Mädchen bei „rice pudding“ und gab vor „rice“ nicht mehr lesen zu können. Sie fragte mich ständig „What does it say?“ und wenn ich sie aufforderte zu lesen sagte sie „I don't know“ oder „I forgot“. Mein Gott, wie oft hab ich ihr gesagt, dass es egal ist, ob sie vergessen hat, was das Wort heißt oder nicht, soll sie es einfach nochmal LESEN und nicht aus ihrem Gedächtnis abrufen oder anhand der Bilder erkennen. Boah, wie oft... Sie sagte trotzdem weiterhin „I forgot“. Da konnte ich nicht mehr. Ich hab nicht direkt geschrien, aber war wohl doch etwas lauter, wie ich feststellen musste, als Miss Teague zu mir rüber guckte. Ich schreie sehr, sehr, sehr selten. Ich versuche mit Kindern so lange ruhig zu bleiben wie es geht. Aber hier ging es nicht mehr. Erst kippelte sie die ganze Zeit und ich musste ihr tausend mal sagen, dass sie das unterlassen soll, dann saß sie da mit ihrem fetten Grinsen, guckte in der Gegend rum statt in ihr Buch und sagte „I forgot“ oder „I don't know“, obwohl sie wusste, dass da „rice“ steht, weil sie es vorher schon 4x ohne Probleme gelesen hat, und guckte mich an. Ich erklär den Kindern immer wieder, dass das Wort nicht in meinem Gesicht steht, sondern in ihrem Buch. Ihr erklärte ich das heute wohl etwas lauter. Danach guckte sie mich erschrocken an und nickte. Hatte also immerhin Wirkung. Nur verliert dieses Mädchen ihr Schuldbewusstsein innerhalb von Sekunden. Wenn Miss Teague sie anschreit, was öfters mal vorkommt, dann kommt sie kurze Zeit später total vergnügt an und macht den selben Fehler nochmal. So lernresistent und faul und will allem aus dem Weg gehen.
Im Lehrerzimmer wurde ich dafür gelobt, dass ich es fast 8 Wochen ausgehalten habe und erst jetzt meine Geduld verloren hab. Ich war allerdings nicht so stolz drauf, dass Miss Teague im Plenum erzählte ich hätte geschrien. Ich bin nicht stolz darauf Kinder anzuschreien. Aber wie gesagt, es war kein echtes Schreien und war sowas von nötig, ey. Es hat n bisschen Zeit gebraucht, bis ich davon wieder runter kam.
Ich weiß, Luxusprobleme...

Ansonsten war alles wie sonst, das Wetter ist schön, es wird wärmer und die Wolken gehen weg.

Gestern war ich übrigens noch am Lamphey Palace und hab geschaut, ob das Eintritt kostet. Ganze 3 Pounds! Das war mir für die wenigen Ruinen zu viel. Und find ich auch nicht so interessant wie Castles. Also guckte ich einmal von außen drauf so gut es ging und fuhr wieder.

Am Samstag auf dem Schulfest soll ich mit dem Kindern was basteln. Da gibts so vorgefertigte Traumfänger, Türschilder und so, was die Schulleiterin gekauft hat um es eigentlich wieder zu verkaufen, aber dann kommen die immer in 10er Packungen, so dass es keinen Sinn macht 4 einzelne Federn für nen Traumfänger zu verkaufen. Also werden die jetzt vor Ort gebastelt.

Morgen kommt ein neues Kind in die Klasse, Nr. 29.

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Montag, 14. Juni 2010
Schon wieder Montag
Nur noch 5 Wochen to go. Hier ist alles beim Alten. Bin heute ne Stunde in Reception Class gewesen, das war auch schon alles, was anders war. Und ich bin mit dem Fahrrad gefahren. Ich hab auch abgesprochen die ganze Woche mit dem Rad zu fahren, außer ich melde mich. Joa.

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Sonntag, 13. Juni 2010
Wochenend' und Sonnenschein...
Samstag Nachmittag hab ich mich also wie verabredet auf den Weg nach Saundersfoot gemacht. Ich hab erst im Supermarkt noch eingekauft, und mein Timemanagement stellte sich als gut bemessen heraus. In Saundersfoot angekommen holten Miriam und Helena mich von der Bushaltestelle ab und wir gingen gleich zu ihrer Lodge, um mit dem Grillen anzufangen. Wir schnitten noch den Salat, backten die Baguettes auf und zündeten den Grill an. Das war so entspannt draußen zu sitzen und sich den Bauch voll zu hauen. Danach haben wir drinnen England gegen USA geguckt und Dosenbier (Cider) dazu getrunken. Ein echter Männerabend also. Wir guckten noch American Beauty, weil der im Fernsehn lief, bevor mir die Augen zufielen.


Miriam und das Essen. Der tolle Einmalgrill musste auf der Wiese stehen.



Am Sonntag gabs zum Frühstück Brötchen! So richtig mit Kruste. Waren Aufbackbrötchen, die ich mitgebracht hatte, aber immerhin noch besser als diese Rolls, die es hier gibt und überhaupt nicht knusprig sind. Wir drei machten uns bei eigentlich strahlendem Sonnenschein auf nach Manorbier. Als wir im Bus saßen zog es sich zu und es fing sogar an zu regnen! So eine Frechheit. Unser eigentliche Plan wäre gewesen von einem Dorf zum anderen zu wandern und dann von da wieder den Bus zu nehmen. Wir änderten den Plan wegen des Wetters, guckten uns in Manorbier das tolle und noch gut erhaltene Castle an und liefen runter zum Strand. Als wir am Wasser waren, kam der blaue Himmel wieder. Wir liefen noch 20min den Coastal Footpath entlang und wurden mit herrlichem Wetter belohnt. Plötzlich kam die Sonne wieder raus. Das hat sich echt gelohnt.


Manorbier Castle


Blick vom Turm des Castles bei Nieselregen


Deswegen mag ich Castles: Man kann rumklettern.


Blick ins Castle rein. Vorne links in dem Haus wohnen Leute. Geradeaus die Gebäude zeigen die Kapelle und die große Halle. Zwischen den Bergen kann man im Hintergrund das Meer in der Bucht erahnen.


Die große Halle


Der Coastal Footpath, hier überwuchert und später nur einen Fußtritt vom Abgrund entfernt.


Manorbier Beach


Posen auf nem Hühnengrab

In dem kleinen Örtchen Manorbier setzten wir uns noch in ein Tearoom und nahmen den Bus um 20 nach 4. Das war für Helena und Miriam der letzte Bus an einem Sonntag. Und selbst der fuhr nur nach Tenby und nicht bis Saundersfoot. Die beiden hatten nun die Wahl zu laufen (ca. 5 Meilen) oder den Zug zu nehmen und zusätzlich Geld zu bezahlen. Für mich wäre auch zwei Stunden später noch ein Bus gefahren. Alles in allem toller Busfahrplan...

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